Kommode Klassizismus Frankreich Louis XVI gestempelt B.MOLITOR um 1780

8.900,00 €

Kommode
Klassizismus
Frankreich
Louis XVI
gestempelt
B.MOLITOR
um 1780

H. 84,9 cm – Br. 122,5 cm – T. 54,4 cm

Bernard Molitor
(1755-17. November 1833)
Maître 26.Oktober 1787

Bernard Molitor gehörte zu den führendsten Ebenisten in der Zeit von Ludwig XVI. sowie Napoleon Bonaparte.

Seine herausragenden Möbel bestechen durch ihre exzellente Qualität.

Molitor wuchs in Betzdorf, Luxemburg, als Sohn eines Müllers auf und ging 1777 nach Paris, wo bereits einer seiner Cousins als Tischler tätig war. In seinen ersten Jahren in Paris verdiente er seinen Lebensunterhalt als Kaufmann: 1778 warb er für Insektizide, und sechs Jahre später verkaufte er Handwärmer in Form von Büchern.
Nachdem er 1787 die Tochter eines „charpentier du roi“ (Königszimmermann) geheiratet hatte, wurde er „maître ébéniste“ (Meistertischler) und Mitglied der Tischlerzunft. Er eröffnete eine Werkstatt in der Rue de Bourbon (heute Rue de Lille).
Einer seiner ersten Aufträge kam von Marie Antoinette, die bei ihm die Fußvertäfelung aus Mahagoniholz für ihr Boudoir im Schloss Fontainebleau bestellte. Gerade als Molitor begann, sich unter dem französischen Adel einen Namen zu machen, brach die Französische Revolution aus, und Molitor musste sein Geschäft schließen, da die meisten seiner Kunden fliehen mussten oder getötet wurden. Später konnte Molitor sein Geschäft wieder eröffnen und mehrere Handwerker beschäftigen, die ihm halfen, eine Vielzahl von Möbeln herzustellen, darunter Kommoden, Tische, Schreibtische und Schränke. Molitors Möbel waren oft mit Edelhölzern furniert und mit Applikationen aus vergoldeter Bronze verziert.

Napoleon Bonaparte bestellte bei ihm mehrere Möbelstücke für seine Residenz im Château de Saint-Cloud. Im Jahr 1811 wurde Molitor zum „fournisseur de la Cour impériale“ (Hoflieferant des kaiserlichen Hofes) ernannt.

Im Jahr 1800 erwarb Bernard Molitor ein Haus in der eleganten Rue du Faubourg Saint-Honoré. 1815 heiratete er zum zweiten Mal, und 1820 zog er nach Fontainebleau, wo er 1833 im Alter von 78 Jahren starb. Er ist auf dem Friedhof von Fontainebleau begraben.

1995, als Luxemburg Kulturhauptstadt Europas war, rückte eine Retrospektive Molitors Werk erstmals in den Fokus der breiten Öffentlichkeit. Heute zahlen Sammler hohe Summen für originale Molitor-Möbel.
Drei Stücke von Molitor befinden sich in der Royal Collection der britischen Königsfamilie.
Weitere Arbeiten von Molitor befinden sich u.a. im Louvre, Paris, Paul Gettty Museum, Malibu, in der Wallace Collection, London.

Gestempelte Arbeiten von ihm aus der Zeit Louis XVI. sind extrem rar, die meisten Möbel sind lediglich zugeschrieben.

Vgl.: Pierre Kjellberg, Le Mobilier Français du XVIII Siècle, 1989, S. 579 f.

Vgl.:
Christie´s, London, 15.November 2017, Nr.221 29.300 €
für eine einfacher gestaltete Kommode

Inv.Nr.3.308

8.900 €